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Niedrigenergiefahrzeug
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Der Begriff Niedrigenergiefahrzeug (NEF) bezeichnet Fahrzeuge, die einen im Vergleich zum derzeitigen mittleren Flottenverbrauch deutlich reduzierten Energieverbrauch realisieren bzw. bezogen auf einen definierten Nutzen eine deutlich erhöhte Energieeffizienz ermöglichen. Die Begriffsbildung ist an das Niedrigenergiehaus angelehnt, eine einheitliche Definition fehlt aber.
Bei Modellen mit Verbrennungsmotor sind fĂŒr solche Fahrzeuge auch Begriffe gelĂ€ufig, die sich an dem Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometern orientieren wie etwa Drei-Liter-Auto oder Ein-Liter-Auto. Mit der Bezeichnung Umweltauto wurde es in der Bundesrepublik Deutschland 1984 auch zum Wort des Jahres gekĂŒrt.
Contents
âą Allgemeines
âą Motivation
âą Umweltschutz
âą Modelle
âą Studien
âą Elektrofahrzeuge
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Allgemeines
Eine einheitliche technische Norm zur Kategorisierung von Fahrzeugen als NEF existiert bisher nicht, dennoch sollte ein NEF alleine von der Definition her einen Energieverbrauch haben, der deutlich unterhalb aktueller Norm-EnergieverbrĂ€uche liegt. Insofern sollten nach allgemeinem VerstĂ€ndnis ein NEF deutlich unterhalb der von der EuropĂ€ischen Union fĂŒr spĂ€testens 2015 verbindliche FlottenausstoĂ von 120 g CO2/ kmcite-ref-1[1] liegen. Dieser Wert entspricht einem Kraftstoffverbrauch rund 5 Litern Benzin bzw. 4,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern bzw. einem Energieverbrauch von rund 44 Kilowattstunden (kWh) oder 158 Megajoule (MJ) auf 100 Kilometer.
Als konstruktive Prinzipien zur Realisierung eines NEF gelten auĂer geringer Fahrzeugmasse und windschlĂŒpfiger AuĂenform die Wahl eines effizienten Antriebssystems. Entsprechend den Gesetzen der Physik erhöht zusĂ€tzlich zu bewegende Masse insbesondere in AbhĂ€ngigkeit vom Beschleunigungs- und Bremsprofil ohne Nutzbremse, bei der ein Teil der Beschleunigungsenergie durch Rekuperation zurĂŒckgewonnen werden kann, den Energieverbrauch linear. Höhere Geschwindigkeiten bedeuten eine quadratische Zunahme des Fahrwiderstandes und so kubischen Zuwachs des Energieverbrauchs.
Bei einer Betrachtung des gesamten PrimĂ€renergieverbrauchs (Well-to-Wheel) wird auĂer dem Endenergieverbrauch im Betrieb (Tank-to-Wheel) auch der Bereitstellungsaufwand fĂŒr die Antriebsenergie (Well-to-Tank) einbezogen. Eine umfassende Lebenszyklusanalyse, bei der neben den gesamten Betriebskosten auch der Energieverbrauch fĂŒr Herstellung sowie Recycling der Fahrzeuge mit einbezogen wird, ist Teil des ökologischen FuĂabdrucks.
In Relation zum gesamten Automarkt existieren derzeit (2012) viele NEF hauptsĂ€chlich als Prototypen, Testautos und Kleinserienautos. Es gibt in vielen LĂ€ndern verschiedene VergĂŒnstigungen fĂŒr die Anschaffung verbrauchsarmer Kraftfahrzeuge. In Deutschland gibt es beispielsweise die befristete Befreiung fĂŒr Dreiliterautos von der Kraftfahrzeugsteuer.
Motivation
Wirtschaftlichkeit
Die Notwendigkeit, Fahrzeuge mit einem möglichst geringem Verbrauch zu produzieren und zu betreiben, ergibt sich aus den ZwĂ€ngen zur Energieeinsparung. Neben dem nachhaltigen Umgang mit begrenzten EnergievorrĂ€ten zĂ€hlt vor allem der wirtschaftliche Betrieb der Fahrzeuge. GroĂen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hat neben den Anschaffungskosten auch die stete Steigerung der Kraftstoffpreise und die politische, sprich steuerliche Förderung verbrauchsarmer Fahrzeuge vor dem Hintergrund der Zunahme der Zulassungszahlen von Kfz weltweit.
Einen groĂen Schub fĂŒr den Bau von Niedrigenergiefahrzeugen brachte die AnkĂŒndigung der kalifornischen Regierung, ab einem (mehrfach verschobenen) Starttermin alle Hersteller mit Strafsteuern zu belegen, die nicht einen bestimmten Anteil ihrer Fahrzeuge nach dem ULEV (Ultra Low Emission Vehicle) bzw. ZEV (Zero Emission Vehicle) Prinzip herstellen. ZEV bedeutet, dass das Fahrzeug in der Lage sein muss, eine bestimmte Strecke völlig ohne Emissionen zurĂŒckzulegen. Dies können heute praktisch nur elektrisch betriebene Fahrzeuge â die ZEV-Forderung ist (neben der 120 g CO2/km-Forderung der EU) die Haupttriebfeder hinter den Hybrid-Anstrengungen der groĂen Autohersteller. In Europa ist der EEV-Standard (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) eine Motivation.
1996 stellte der deutsche Hersteller Audi einen Audi A4 Avant Duo vor, der aber mangels Nachfrage (und wegen der einfachen und ineffizienten Technik) bald wieder eingestellt wurde.
Auch die deutschen Dreiliter-Modelle Audi A2 TDI 3 l und VW Lupo TDI 3 l brachten â trotz steuerlicher Förderung des Absatzes und ZuschĂŒssen fĂŒr die Entwicklung â keine betriebswirtschaftliche Rendite, woraufhin der VW-Konzern die Produktion wieder einstellte (der Lupo 3L war bis Mai 2005 bestellbar; vom A2 3L wurden nur 6500 Exemplare gekauft).
Umweltschutz
Verbrennungsmotoren von Autos sind zu etwa 20 Prozent am weltweiten Aufkommen von CO2 beteiligt, das einen wesentlichen Teil zur globalen ErwĂ€rmung beitrĂ€gt. Zudem werden die ErdölvorrĂ€te, die den meisten heutigen Kraftfahrzeugen als Energiequelle dienen, aller Voraussicht nach in den nĂ€chsten Jahrzehnten zunehmend knapp werden (siehe Ălfördermaximum). Die Motivation ist das ALARA-Prinzip (As Low As Reasonably Acceptable â so gering wie angemessen tragbar) bzw. allgemein ein ethisches Verhalten. Dieses ethische Verhalten kann man zumindest manchen so genannten âGaragenfirmenâ unterstellen, die â oft mit Wurzeln in der Umweltbewegung â auf Fahrradtechnik basierende Fahrzeuge in Kleinstserie produzieren und sich zum Beispiel auch Gedanken um die umweltfreundliche Erzeugung der zum Vortrieb erforderlichen Energie machen.
Eine Verringerung des CO2-AusstoĂes ist das grundlegende Ziel einer Energiewende im Verkehr. Der Verkehrsclub Deutschland gibt die sog. Auto-Umweltliste heraus, die sich unter anderem am Energieverbrauch orientiert. Eine andere Bewertung ist der FIA EcoTest.
Angabe des Energieverbrauchs
Der Kraftstoffverbrauch fĂŒr Kfz wird in Europa ĂŒblicherweise in Liter Kraftstoff pro 100 km Fahrstrecke angegeben (Streckenverbrauch). Um zu vergleichbaren Zahlen zu kommen, muss bei verschiedenen Kraftstoffen der Energiegehalt berĂŒcksichtigt werden. So hat Dieselkraftstoff eine Energiedichte von 42,5 MJ/kg, Benzin 43,5 MJ/kg. Durch entsprechende Umrechnungen und Multiplikation mit der Dichte der jeweiligen Kraftstoffe erhĂ€lt man einen volumetrischen Energieinhalt von ca. 9 kWh/l fĂŒr Superbenzin und ca. 10 kWh/l fĂŒr Dieselkraftstoff.
Eine andere Art, den Energieverbrauch zu ermitteln, ist die Angabe in Energiebetrag pro transportierter Nutzlast und Weg. Dies ist der Streckenverbrauch pro Gewicht [l/(100 km Ă 100 kg)]. Bei einem Vergleich eines LKW, der 20 t Fracht mit 35 Litern Dieselverbrauch ĂŒber 100 km transportiert, mit einem vollbesetzten Diesel-PKW, der mit 7,5 l 500 kg Fracht (Passagiere und GepĂ€ck) befördert, liegt der Energieverbrauch beim LKW bei 0,175 l/100 km pro 100 kg, der PKW benötigt 8,5-mal so viel, nĂ€mlich 1,5 l fĂŒr 100 kg auf 100 km.
Die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung, kurz CO2-Labeling genannt, geht auf den Energieverbrauch pro km in Joule oder kWh nicht ein.
Konstruktive MaĂnahmen zur Kraftstoffeinsparung
Der Energieverbrauch eines Fahrzeuges ist neben seinen konstruktiven Gegebenheiten auch von der Art seiner Verwendung abhĂ€ngig. So kann durch eine energiesparende Fahrweise der Verbrauch noch weiter gesenkt werden. Ăber den Streckenverbrauch [l/100 km] eines PKW entscheiden vor allem (1) der Fahrwiderstand und (2) der Wirkungsgrad.
âą FahrwiderstĂ€nde: Der Fahrwiderstand bestimmt die notwendige Antriebsleistung [kW] zum Erreichen der gewĂŒnschten Fahrleistungen (Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit). Bei Konstantfahrten mit geringen Geschwindigkeiten ĂŒberwiegt der zur Geschwindigkeit direkt proportionale Rollwiderstand, mit zunehmender Geschwindigkeit ĂŒberwiegt der zur Geschwindigkeit quadratisch proportionale Strömungswiderstand (Luftwiderstand). Der Beschleunigungswiderstand ist v. a. im Stadtverkehr von Bedeutung.
âą Beschleunigungswiderstand: Der Beschleunigungswiderstand tritt bei der Ănderung der Geschwindigkeit auf. Er ist direkt proportional zur Fahrzeugmasse. Leichte PKW ermöglichen bei gleicher Beschleunigung den Einsatz kleinerer Motoren, die bei Konstantfahrten (wo Roll- und Luftwiderstand bedeutend sind) in einem effizienteren Betriebspunkt arbeiten. Ein negativer Beschleunigungswiderstand (beim Bremsen) kann zur EnergierĂŒckgewinnung (Rekuperation) genutzt werden.
âą Rollwiderstand: Geringer Rollwiderstandskoeffizient durch rollwiderstandsarme Reifen, geringes Fahrzeuggewicht, reibungsarme Radlager.
âą Luftwiderstand (Strömungswiderstand): Eine Verringerung des Luftwiderstandsbeiwertes kann durch eine strömungsgĂŒnstige Karosserieform, verkleidete RadkĂ€sten und glatte OberflĂ€chen (keine TĂŒrschnallen, Kamera statt Seitenspiegel) sowie schmale Reifen bis zu einem Wert von etwa Cw0,16 erreicht werden. Eine Verringerung der dem Luftstrom ausgesetzten QuerschnittsflĂ€che (FahrzeugprojektionsflĂ€che) des Fahrzeugs durch hintereinander befindliche oder zumindest versetzt angeordnete Sitze (Zweisitzer mit ca. 1 mÂČ FahrzeugprojektionsflĂ€che), oder niedriger Sitzposition und geringem Ăberkopfraum trĂ€gt ebenso zur Optimierung bei.
âą innerer Widerstand: Geringe interne Reibungsverluste, beim Verbrennungsmotor vor allem durch niedrig viskoses Ăl und geringere Reibungsverluste durch geringe Zylinderverformung und bessere Abdichtung der Kolbenlaufbahn. Effiziente Getriebe, Lager mit geringer Reibung. Freilauf und ggf. Starter-Generator-Systeme, wobei die Verluste im Leerlauf entfallen (Pantschreibung, Ein- und Auslasswiderstand, Lager und Wellen sowie Motorhilfsantriebe und ihre Steuerung). Aufgrund des Konzeptes besitzt der Elektroantrieb (Motor in der Regel lediglich zwei Lagerstellen, einfache Untersetzungsgetriebe mit wenigen Lagerstellen und Zahnradpaarungen) grundsĂ€tzlich niedrigere innere Verluste.
⹠Der Wirkungsgrad beschreibt die Effizienz der Umwandlung von z. B. chemischer oder elektrischer Leistung in mechanische Leistung: Das Hauptproblem des Verbrennungsmotors liegt darin, dass sein Wirkungsgrad bei Volllast am höchsten ist und zu geringen Lasten hin abnimmt. Der spezifische Verbrauch [g/kWh] nimmt also mit sinkender Motorlast stark zu. Zur Lösung dieses Problems gibt es zwei AnsÀtze:
âą Wirkungsgradoptimale GetriebeĂŒbersetzung: Leistung ist das Produkt aus Drehzahl und Drehmoment. Um eine bestimmte Leistung zu erzeugen, ist jener Betriebspunkt der effizienteste, bei dem diese Leistung mit maximaler Last und geringstmöglicher Drehzahl erreicht wird.
âą Bei Handschaltgetrieben sind âlangeâ Ăbersetzungen ein einfaches Mittel. Die geringe Beschleunigungsreserve (âElastizitĂ€tâ) in einer solchen Fahrstufe verringert jedoch die Akzeptanz.
âą CVT-Getriebe sind eine Alternative, um den Motor immer mit hohen Lasten anzusteuern, sie haben jedoch einen schlechteren Wirkungsgrad als Handschaltgetriebe und werden nicht besonders akzeptiert (Es existiert kein direkter Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Motordrehzahl).
âą Verbesserung des Motorwirkungsgrades von Verbrennungsmotoren im Teillastbereich (Elektromotoren haben im Teillastbereich einen sehr hohen Wirkungsgrad):
⹠Einsatz von Dieselmotoren, die aufgrund der fehlenden Drosselverluste im Teillastbereich einen besseren Wirkungsgrad als Ottomotoren besitzen und aufgrund geringer Klopfneigung hoch aufgeladen werden können.
⹠Der Magerbetrieb von Verbrennungsmotoren verbessert den Wirkungsgrad im Teillastbereich, jedoch ist dieser unter dem Aspekt der Schadstoffemissionen (NOx) problematisch. Magermotoren, z. B. Otto-Direkteinspritzer mit Schichtladebetrieb, benötigen daher eine aufwendige Abgasnachbehandlung, wie NOx-Speicherkatalysatoren.
⹠Der Hybridantrieb verringert das Problem hoher spezifischer VerbrÀuche der Verbrennungsmotoren im Teillastbereich, da ein zusÀtzlicher Elektromotor bei geringen Lasten arbeitet, wÀhrend der Verbrennungsmotor nur bei höheren Lasten genutzt wird.
âą Auch durch Aufladung, z. B. Turboaufladung oder Kompressoren, kann der Wirkungsgrad eines Motors im Teillastbereich deutlich gesteigert werden. Die Literleistung (= Leistung pro Liter Hubraum) wird wesentlich erhöht, so dass die gewĂŒnschte Nennleistung mit geringeren Hubraumvolumina erreicht wird. Der Motor arbeitet dadurch im Teillastbereich in höheren â und damit effizienteren â Lastpunkten (Downsizing).
âą Der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren kann im Teillastbereich auch durch Zylinderabschaltung (ZAS) erhöht werden. Bei niedrigen Lasten werden Zylinder abgeschaltet, wodurch sich ein höherer und somit wirkungsgradoptimierter Lastpunkt fĂŒr die arbeitenden Zylinder ergibt. Bei kleinen Motoren fĂŒhrt die ZAS jedoch zu einem verschlechterten GerĂ€uschkomfort, der nicht akzeptiert wird.
Fahrzeugauslegung
Es gilt zunÀchst, den Fahrwiderstand gemÀà dem Einsatzzweck so gering wie möglich zu halten.
âą PKW fĂŒr innerstĂ€dtischen Verkehr sollten einen möglichst geringen Beschleunigungswiderstand (geringe Fahrzeugmasse) haben und ĂŒber technische Einrichtungen zur Rekuperation, also eine Nutzbremse verfĂŒgen. Ihr Rollwiderstand sollte gering sein (geringer Rollwiderstandsbeiwert der Bereifung und geringe Fahrzeugmasse). Der Strömungswiderstand (Luftwiderstand) spielt hier keine so groĂe Rolle.
âą PKW fĂŒr Ăberlandverkehr sollten vor allem einen möglichst geringen Strömungswiderstand (Luftwiderstand) haben, d. h. eine geringe FahrzeugprojektionsflĂ€che und einen geringen cW-Wert. Beispiele: Kabinenroller Loremo, Ein-Liter-Auto von VW, Aptera 2 Series.
Im zweiten Schritt sollte der Motor so ausgelegt werden, dass er bei allen typischen BetriebszustÀnden einen möglichst hohen Wirkungsgrad hat.
⹠Beim Elektromotor ist der Wirkungsgrad weitgehend unabhÀngig vom Betriebszustand.
âą Bei Konstantfahrten mit Verbrennungsmotoren sollte der Gang genutzt werden, der die kleinste, ruckelfreie Motordrehzahl ermöglicht. Beim Beschleunigen sollte nach Möglichkeit der Motor in der NĂ€he seines geringsten, spezifischen Kraftstoffverbrauchs betrieben werden. Bei einem modernen Ottomotor liegt dieser Bereich bei etwa 3/4 der maximalen Last und etwa 3000 1/min Drehzahl. Ăberdimensionierte Verbrennungsmotoren sind unter dem Aspekt des möglichst gĂŒnstigen Betriebspunktes prinzipbedingt problematischer, da sie im Alltagsbetrieb oft bei geringen â und damit ineffizienten â Lastpunkten arbeiten. Die Lösung dieses Problems geht man mit kleineren Motoren an (Downsizing) sowie stufenlosen Getrieben oder solchen mit höherer Stufen-(Gang)-zahl.
Klassifikation von NEF
In Deutschland genossen einige Fahrzeuge mit besonders gĂŒnstigen Verbrauchswerten steuerliche VergĂŒnstigungen. Die Einstufung von Fahrzeugen erfolgt jedoch nicht nach ihrem Energieverbrauch, sondern nach dem AusstoĂ von Kohlenstoffdioxid, gemessen nach Richtlinie 93/116/EG.
Nach deutschem Steuerrecht emittiert ein FĂŒnf-Liter-Auto weniger als 120 g CO2/km. Das entspricht einem Streckenverbrauch von 5,06 l/100 km Benzin oder 4,53 l/100 km Diesel. Bei einer Zulassung vor dem 1. Januar 2000 waren diese Fahrzeuge von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Der Begriff Drei-Liter-Auto wird steuerrechtlich mit einer Kohlendioxidemission von 90 g CO2/km verbunden. Das entspricht einem Streckenverbrauch von etwa 3,4 l/100 km Diesel oder 3,8 l/100 km Benzin. FĂŒr alternative Kraftstoffe in Verbrennungsmotoren gelten die gleichen Regelungen, Elektrofahrzeuge werden nach Fahrzeugmasse besteuert.
Der Begriff Ein-Liter-Auto bezeichnet Fahrzeuge mit einem Verbrauch von weniger als 1,5 l/100 km, wobei aus MarketinggrĂŒnden hĂ€ufig auch Fahrzeuge mit einem Verbrauch von 1,5â1,99 l/100 km in diese Kategorie eingeordnet werden.
Weitere Klassifikationen siehe: Emissionsfreies Fahrzeug; Abgasnorm.
Modelle
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Letztlich scheiterte bislang die dauerhafte EinfĂŒhrung entsprechender Fahrzeuge auf breiter Front. Ein Teil der Technik fand jedoch Eingang in die Serienproduktion ânormalerâ PKW (elektrohydraulische Kupplung, verkleidete Radkappen).
Modelle wie der Smart zeigen, dass auch Kleinstfahrzeuge von KĂ€ufern akzeptiert werden. Mittelklassefahrzeuge erreichen bei manchen Herstellern FlottenverbrĂ€uche von 7,5 l, wodurch sich nach Ansicht einiger rechtliche MaĂnahmen des Staates empfehlen (wie in Kalifornien), um eine Senkung dieser Werte einzufordern.
Serienmodelle (Auswahl)
Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Serienmodellen mit einem Energieverbrauch unter drei Litern auf 100 km (âDrei-Liter-Autoâ), was ungefĂ€hr 26,7 kWh entspricht und mit konventionellem Antrieb realisierbar ist. Eine Wertung des Energieverbrauches nach SitzplĂ€tzen oder Nutzlast erfolgt nicht.
| Modell | Verbrauch in kWh/100 km* | Verbrauch u. Kraftstoff | angegebener CO 2 -AusstoĂ | Motor | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| CityEL Fact Four | 3,5â5,5 | ElektrizitĂ€t | 0 g/km | 2,5 oder 3,5 kW Elektromotor | (bis Februar 2012) einsitzig (zusĂ€tzlicher Kindersitz möglich) gedrosselt 45 km/h; offen 63 km/h |
| Renault Twizy | 9 (je nach Fahrverhalten und Temperatur zwischen 6 und 12 kWh/100 km 6.1 kWh LiIon-Akku) | ElektrizitÀt | 0 g/km | 8 (kurzzeitig max ca 13-kW) Elektromotor | zweisitzig 80 km/h oben geschlossen, seitlich offen, in Serie gebaut, in 2012 10.000 Fz |
| Secma Fun ELEC | 7,4 (eigene Messungen mit LiFePO 4 -Batterie) | ElektrizitÀt | 0 g/km | 2-kW-Elektromotor | (bis 2009) zweisitzig 45 km/h abnehmbares Verdeck |
| Twike | < 8 (im praktischen Betrieb) | ElektrizitÀt | 0 g/km | 5-kW-Elektromotor | zweisitzig, in Kleinserie gebaut |
| Jetcar Elektro | 10,7 (im praktischen Betrieb) | ElektrizitÀt | 0 g/km | 60 kW Permanentmagnet-Synchronmotor | wird in Einzelfertigung gebaut |
| Tazzari Zero | 10 | ElektrizitÀt (kein Normverbrauch) | 0 g/km | 15 kW | zweisitziges Coupé mit 550 kg Leergewicht inklusive LiFePO 4 -Batterien |
| Mia (PKW-Modell) | 10 | ElektrizitĂ€t | 0 g/km | ? | 1â4 je nach Modell, Besonderheiten: Minibus mit Kunststoffkarosserie, SchiebetĂŒren und mittigem Fahrersitz, wĂ€hlbare AkkukapazitĂ€t |
| Hyundai Ioniq Elektro | 11,5 | ElektrizitÀt | 0 g/km | 88 kW | (seit 2016) 165 km/h, 280 km Reichweite |
| Hotzenblitz | 12â15 | ElektrizitĂ€t | 0 g/km | 12 kW | (1993â1996) 2(+2) sitzig, Besonderheiten: Stahlrohrrahmen mit Kunststoffkarosserie, Aluminium-Sandwich-Bodenwanne zur Akkuaufnahme, Leergewicht mit Lithiumbatterie <700 kg, Reichweite bis 350 km |
| BMW i3 | 12,9 | ElektrizitĂ€t | â | 75 kW | (seit 2013) 150 km/h, 200 km Reichweite |
| Mitsubishi i-MiEV | 13,5 | ElektrizitĂ€t | â | 49 kW | (seit 2009) 130 km/h, 150 km Reichweite |
| Dacia Spring | 13,9 / 14,5 | ElektrizitĂ€t | 0 g/km | 33 / 48 kW | (seit 2021) 5-tĂŒriger Viersitzer in zwei Motorvarianten: 33 kW (230 km) und 48 kW (220 km), 125 km/h Höchstgeschwindigkeit |
| Renault ZOE | 14,6 [ 2 ] | ElektrizitĂ€t | â | 65 kW | (seit 2012) 135 km/h, 210 km Reichweite |
| Tesla Model 3 | 14,1â16 | ElektrizitĂ€t | â | 190â339 kW | (seit Juli 2017) Mittelklasselimousine mit (je nach Modell) Beschleunigung (0 auf 100 km/h): 5,9â3,4 s, ĂŒber 209 km/h, EPA-Reichweite 354â538 km |
| Smart Fortwo Electric Drive | 15,1 | ElektrizitĂ€t (kein Normverbrauch) | 0 g/km | 55 kW | 2012â2015 [ 3 ] |
| Tesla Roadster | 18 | ElektrizitÀt (kein Normverbrauch) | 0 g/km | 185 kW | (bis 2012) zweisitziges Cabrio mit Beschleunigung von 0 auf 96 km/h (60 mph) in etwa 4 Sekunden |
| VW XL1 | 19,01 | 1,94 l/100 km Diesel | 50,6 g/km | 800 cmÂł 35 kW Diesel + 20 kW Elektro | (2014â2016) Manufaktur-Kleinserienproduktion, 200 StĂŒck |
| Tesla Model S | 20 [ 4 ] | ElektrizitĂ€t (kein Normverbrauch) | 0 g/km | bis 310 kW (Performance Version) | 5 TĂŒrige Limousine mit 5 SitzplĂ€tzen fĂŒr Erwachsene + 2 SitzplĂ€tzen fĂŒr Kinder. Bis zu 480 km Reichweite, Beschleunigung 0â100 km/h in 4,4 s; Besonderheiten: Batterie im Unterboden, Motor zwischen den HinterrĂ€dern, Kofferraum sowohl unter der vorderen Haube sowie im hinteren Bereich, Leichtbaukarosserie aus Aluminium. |
| Jetcar 2.5 | 24,5 | 2,5 l/100 km Diesel | 66 g/km | 800 cmÂł, 30 kW | wird in Einzelfertigung gebaut |
| VW Lupo 3L TDI | | 2,99 l/100 km Diesel | 81 g/km | 1200 cmÂł, 44 kW | 1999â2005; regulĂ€re GroĂserienproduktion |
| Smart Fortwo Diesel | | 3,3 l/100 km Diesel | 86 g/km | 600 cmÂł, 33 kW | 1998â2007; regulĂ€re GroĂserienproduktion |
| *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l | *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l | *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l | *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l | *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l | *Umrechnungsfaktoren: Diesel = 9,8 kWh/l; Benzin = 8,9 kWh/l |
Serienmodelle in Vorbereitung
âą Die Aptera 2 Series war eine Baureihe von dreirĂ€drigen Fahrzeugmodellen mit Benzin- (Verbrauch 0,78 Liter Benzin/100 km) oder mit Elektromotor. Die Firma Aptera Motors ging im Dezember 2011 in die Insolvenz.cite-ref-5[5] Im April 2012 hat die Zhejiang Jonway Group Teile des geistigen Eigentums gekauft, das zur Aptera 2 Serie gehört. Aptera Motors wurde als ApteraUSA neu gegrĂŒndet, nachdem Zhejiang Jonway zusammen mit kleineren amerikanischen Investoren die Firmenanteile aufgekauft hatte.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] ApteraUSA soll die Benzinversion Aptera 2g und die Elektroversion 2e in kleinerer Serie in den USA produzieren. Die seit Juni 2013 davon unabhĂ€ngig operierende Zaptera soll dagegen die Elektrovariante Aptera 2e in gröĂerer Serie in China bauen, sobald der Markt dies gestattet. ApteraUSA soll nach dem Willen seines Chefs, Richard Deringer, die Produktion schwerpunktmĂ€Ăig in Detroit und in Santa Rosa verwirklichen. Deringer will nicht etwaige Entwicklungen in China abwarten.cite-ref-www-gizmag-com-aptera-2e-10-0[10]cite-ref-11[11] Durch die ausschlieĂliche Produktion in den USA seitens ApteraUSA wird eine deutliche Preissteigerung erwartet. War die ursprĂŒnglich geplante chinesisch-amerikanische Herstellvariante des Aptera 2e mit ungefĂ€hr 30.000 Dollar zu veranschlagen, so wird nun mit Preisen zwischen 80.000 und 100.000 Dollar fĂŒr die rein US-amerikanische Herstellvariante gerechnet.cite-ref-12[12] Vorangegangenen Planungen zufolge sollten ein oder mehrere Modelle im ersten Quartal des Jahres 2013 auf den Markt gebracht werden.cite-ref-13[13] Daraus wurde durch die AbĂ€nderung der PlĂ€ne seitens der Zhejiang Jonway Group erst einmal nichts. Deringer hofft nun, im ersten Quartal des Jahres 2014[veraltet] mit der Produktion startbereit zu sein.cite-ref-www-gizmag-com-aptera-2e-10-1[10]
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Studien
⹠Der Citroën ECO 2000 SL 10, entwickelt zwischen 1981 und 1984, erreichte einen Gesamtverbrauch von 3,5 l Benzin auf 100 km. Merkmale der Studie fanden Anwendung bei der Entwicklung des Citroën AX.
âą Der Twingo Smile von Greenpeace verbrauchte 1996 unter praxisnahen Bedingungen etwa 3,5 l Benzin (RL93/116/EWG).cite-ref-14[14]
âą Der Mitsubishi âiâ conceptcite-ref-15[15] hat im FIA EcoTest 2003 nur 3,8 l/100 km erreicht, das allerdings unter praxisnahen Bedingungen wie Betrieb auf Autobahn und mit Klimaanlage. Die sparsamsten Konkurrenten im Test (Audi A2 1,4 TDI, Mini One 1,6, Suzuki Ignis 1,3 DDiS) kamen unter diesen Bedingungen auf 4,5 l/100 km.cite-ref-16[16] Der Opel Corsa ECO 3 l verbrauchte in der Praxis 4,3â4,7 l/100 km.
âą Das Mercedes-Benz bionic car ist eine von Mercedes-Benz 2005 vorgestellte Konzeptstudie. Als aerodynamische Vorlage fĂŒr die Entwicklung des Fahrzeuges diente dabei der Kofferfisch. Der Kraftstoffverbrauch des dieselgetriebenen Viersitzers mit einem Cw-Wert von 0,19 soll bei 4,3 l/100 km liegen.
âą Die Konzeptstudie des Toyotas ES3 mit Diesel-Hybridantrieb kam auf 2,7 l/100 km (87 mpg).cite-ref-17[17]
âą Der Daihatsu UFE III hat einen kombinierten Verbrauch von 2.1 l/100 km.
âą Die Firma Shell Oil baute 1973 den 1959er Opel Rekord P1 zum Versuchsfahrzeug um. Das Fahrzeug war zum Wettbewerb konzipiert und erreichte einen Verbrauch von 159 km/Liter (376.59 mpg). 1975 schaffte es das Fahrzeug bis in das Guinness-Buch der Rekorde. Im Jahre 1976 wurde mit einem kleinen, leichten Spezialfahrzeug fĂŒr eine Person 403 km/Liter (1141 mpg) erreicht. Diese Versuche wurden bei sehr niedrigen Leistungen und Geschwindigkeiten durchgefĂŒhrt.cite-ref-19[19]
Elektrofahrzeuge
Neben Fahrzeugen mit Verbrennungsantrieb erreichen auch Elektrofahrzeuge Endenergie-Verbrauchswerte, die einem Liter Diesel pro 100 km entsprechen (das sind ca. 10 kWh/100 km), teilweise noch darunter. Diese sind zum Beispiel Fahrzeuge mit Leichtbau-Karosserien wie der Hotzenblitz, dessen Produktion mittlerweile eingestellt wurde, und der Kewet aus Norwegen. Am sparsamsten dĂŒrfte das zweisitzige TWIKE fahren, das regelmĂ€Ăig weniger als 5 kWh pro 100 km ab Netz braucht (gemessen). Das entspricht in etwa einem 0,5-Liter-Auto. Ăhnlich wenig braucht der ânurâ einsitzige CityEl. Selbst Fahrzeuge mit normaler Kleinwagenkarosserie wie der CitroĂ«n AX Electrique verbrauchen umgerechnet bedeutend weniger als 2 l/100 km. Nach langjĂ€hrigen Verbrauchsmessungen fĂ€hrt der CitroĂ«n AX electrique mit rund 15 kWh pro 100 km, gemessen ab Steckdose, also inklusive aller Lade- und Batterieverluste. Basierend auf knapp 500 g CO2 pro kWh im deutschen Strommix 2010 ergibt sich damit bei Versorgung mit dem normalen Strommix eine CO2-Belastung von rund 75 g CO2 pro km Well-to-Wheel. Allerdings wurden bei dieser Rechnung die Leitungsverluste vom Kraftwerk zur Steckdose und Transformatorverluste ebenso nicht berĂŒcksichtigt, wie die Verluste bei der Kraftstoffherstellung in den Angaben der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
LĂ€dt man die Akkus mit CO2-freiem Solar-, Wind- oder Wasserkraftstrom nach, ist die CO2-Belastung pro km noch geringer und tendiert gegen Null.
Andere Fahrzeuge: CityEl, TWIKE, diese Fahrzeuge verbrauchen umgerechnet weniger als 1 l/100 km. Der Tesla Roadster von Tesla Motors (Kalifornien) mit rein elektrischen Antrieb und Fahrwerten (und Preis) eines Sportwagens hat einen Energieverbrauch von 11 kWh/100 km bei einer Reichweite von 400 km mit einer Batterieladung (Angaben des Herstellers). Der Tesla Roadster nutzt handelsĂŒbliche Lithium-Ionen-Akkus, die durch konstruktive MaĂnahmen und ein gutes Batteriemanagementsystem einen guten Lade-Entlade-Wirkungsgrad aufweisen.
Die oben fĂŒr den CitroĂ«n AX angegebenen Verbrauchs- und CO2-Werte gelten prinzipiell auch fĂŒr viele fĂŒnftĂŒrigen und viersitzigen französischen Elektroautos (Peugeot 106 Ă©lĂ©ctrique, Renault Clio Ă©lĂ©ctrique, CitroĂ«n AX Ă©lĂ©ctrique), die bei optimierter Ladung und Fahrweise als Fast-ein-Liter-Autos betrieben werden können.
Technisch lassen sich selbst Ă€ltere Fahrzeuge aufrĂŒsten, wie der 2007 umgerĂŒstete Hotzenblitz mit einer praktischen Reichweite von mehr als 350 km belegt.cite-ref-22[22] Werden Akkus eingebaut, die nicht zu viel Platz beanspruchen und auch nicht zu schwer sind, muss man fĂŒr lĂ€ngere Distanzen mehrere Nachladestopps einlegen. Die Ladedauer ist bei heutigen Traktionsbatterien weniger vom Akkumulator, als vielmehr von der zur VerfĂŒgung stehenden Ladeinfrastruktur (StĂ€rke des LadegerĂ€tes, Belastbarkeit des Stromanschlusses) abhĂ€ngig. Eine Nachladung von 80 % in 30 Minuten wie bei der CHAdeMO-Gleichstromladung ist technisch problemlos realisierbar.
Geringe Verbreitung von Niedrigenergiefahrzeugen
Zwar wurde die Serienfertigung des Drei-Liter-Autos grundsĂ€tzlich begrĂŒĂt, sie wurde jedoch wieder eingestellt, da die geringe Nachfrage aufgrund der hohen Anschaffungskosten fĂŒr die Hersteller unwirtschaftlich im Vergleich zu konventionellen Modellen war. Die Entwicklung von Nachfolgemodellen des VW Lupo 3L TDI (z. B. auf der Plattform des VW Fox) wurde eingestellt. Die Produktion des Audi A2 3L TDI wurde Mitte 2005 ohne Nachfolger eingestellt. Der Smart cdi bekommt gerade durch die geringen CO2-Emissionen PopularitĂ€t â grundsĂ€tzlich wurde die Fahrzeugproduktion jedoch oft in Frage gestellt und bietet das ursprĂŒngliche Konzept des Elektrofahrzeugs bisher nicht in Serie an. Der Opel Astra Eco4 mit modifizierter Karosserie ist in der neuen Modellreihe verschwunden.
Im Folgenden werden einige Punkte aufgezeigt, die in der Diskussion um Niedrigenergiefahrzeuge hÀufig auftauchen:
âą Die Kraftstoffkosten sind zu gering, die Fixkosten zu hoch, wird oft angenommen. Nur 1 l/100 km Mehrverbrauch verursacht ĂŒber 100.000 km bei 1,60 âŹ/l Kraftstoffkosten jedoch Mehrkosten in Höhe von 1600 âŹ.
âą Die Produktwerbung vieler Automobilhersteller setzt nach wie vor auf hochmotorisierte sportliche Fahrzeuge.
âą Die durch die Werbung geformten KundenwĂŒnsche nach leistungsstarken PKW wirken Bestrebungen entgegen, die VerbrĂ€uche zu senken.
âą StrömungsgĂŒnstige Karosserieformen sind ungewohnt und werden bisher mehrheitlich als unĂ€sthetisch abgelehnt. Das Fahrzeugdesign wurde als zentraler Erfolgsfaktor fĂŒr die Vermarktbarkeit von PKW identifiziert, daher gibt es einen Zielkonflikt zwischen KundenbedĂŒrfnissen (Ăsthetik) und Effizienz.
âą Moderne Fahrzeuge wiegen deutlich mehr als ihre VorgĂ€nger, besitzen mehr elektrische Verbraucher und haben entsprechend ein höheres LeistungsbedĂŒrfnis. Durch moderne Motoren können diese Nachteile nur bedingt ausgeglichen werden.
âą Vorhandenen Modellen (z. B. VW Lupo) werden negative Eigenschaften nachgesagt (hoher Anschaffungspreis, DefektanfĂ€lligkeit, hohe Wartungskosten), die sie fĂŒr potentielle Kunden uninteressant erscheinen lassen. Der Mehrpreis eines Audi A2 3L betrug gegenĂŒber der einfachen Diesel-Version (4,3 l/100 km) z. B. jedoch nur 300 âŹ. Laut ADAC-Pannenstatistiken erzielte der A2 in den Jahren 2003 bis 2006 den ersten Platz in seiner Klasse. Ebenso belegt das Aluminiumfahrzeug 2004 aufgrund seiner MĂ€ngelfreiheit den ersten Platz der TĂV-Statistik.
âą Das Problem der Kosten der Energiespeicher fĂŒr Elektrofahrzeuge ist bisher durch fehlende Massenproduktion unzureichend gelöst. Der Gebrauchswert wird bisher teilweise durch die begrenzte Reichweite eingeschrĂ€nkt.
âą GewöhnungsbedĂŒrftiges Fahrverhalten, das dem ungeschulten Kunden unkomfortabel erscheint und ihn teilweise verunsichert, wie bereits der Anfang der 1990er Jahre gebaute VW Golf Ecomatic mit Motorabschaltung zeigte.
âą Der Automobilindustrie wird vorgeworfen, die Drei-Liter-Autos nur als Alibi-Projekte zu verwenden. Dieser Vorwurf ist fraglich in Anbetracht der Entwicklungskosten.
⹠Die Anschaffungspreise, die dadurch entstehende lange Amortisationszeit und auch der eingeschrÀnkte Gebrauchswert mancher Modelle (Smart, Lupo) haben bislang verhindert, dass sich die Drei-Liter-Fahrzeuge am Markt etablieren konnten. Kaufanreize wie die Steuerbefreiung in Höhe von 511 ⏠haben auch nicht zum Erfolg beigetragen.
âą Vorteile wie die durch den niedrigeren Luftwiderstand höhere Endgeschwindigkeit der Eco-Varianten und eine gröĂere Reichweite wurden nicht angesprochen. Die Fahrzeuge wurden insgesamt zu wenig beworben.
âą Der Ausweis des CO2-AusstoĂes und des Verbrauchs geschieht sehr dezent und verfehlt die Wirkung auf die Kaufentscheidungen. So wurde die (gesetzlich vorgeschriebene) Angabe des Kraftstoffverbrauchs bei FahrzeughĂ€ndlern nur zögerlich und nach diversen BuĂgeldern umgesetzt.
âą Die Automobilindustrie propagiert alternative Kraftstoffe mit teilweise unsicherer Ăkobilanz und VerfĂŒgbarkeit, um eine grundsĂ€tzliche Umorientierung zu vermeiden. Durch Niedrigenergiefahrzeuge kann jedoch der Anteil an alternativen Kraftstoffen bei beschrĂ€nkten Ressourcen gesteigert werden. Damit kann EinwĂ€nden begegnet werden, die Bio-Kraftstoffe könnten die Nachfrage bei weitem nicht decken.
âą Die Entwicklung entsprechender Technologien und Verwendung von leichten Materialien steigern die Kosten pro Fahrzeug. Da aber die meisten Kunden im Gegenzug nicht bereit sind, fĂŒr einen effizienten PKW mehr zu bezahlen als fĂŒr einen herkömmlichen, existiert (noch) kein nennenswerter Markt fĂŒr diese Fahrzeuge.
âą In manchen auto- und technologieaffinen LĂ€ndern werden effiziente PKW fĂ€lschlicherweise mit Kleinstwagen (z. B. Smart) assoziiert, die bestenfalls als Zweit- oder Drittwagen in Frage kommen und dort ohne Ănderung der Gewohnheiten zu keiner Reduktion des Energiebedarfs im Verkehr beitragen.
âą Die Optimierung im Hinblick auf den Verbrauch bringt nicht automatisch auch eine geringere Gesamtumweltbelastung. Die meisten verbrauchsarmen Fahrzeuge besitzen einen Dieselmotor. Dieser erzeugt aber ohne aufwendige Filtertechnik RuĂpartikel (siehe auch: Feinstaub).
âą Viele Altfahrzeuge können auch mit Biokraftstoffen ihren CO2-Beitrag verringern. Einsparungen beim Verbrauch der fossilen EnergietrĂ€ger lassen sich auch durch Verwendung alternativer EnergietrĂ€ger wie Biodiesel oder Ethanol erzielen. Der Verbrauch durch Kraftfahrzeuge macht in Deutschland ca. 12 % des Gesamtbedarfs an (Erd-)Ăl aus. Allerdings ist diese Alternative im Hinblick auf die Nahrungsmittelpreise umstritten, da die Ausgangsstoffe wie Mais nach der Ethanol-Herstellung nicht mehr als Nahrung zur VerfĂŒgung stehen.
âą Verschiedene MaĂnahmen zur Reduzierung des Verbrauches verursachen einen erhöhten Energieaufwand in der Produktion. Die Herstellung von Aluminium und Magnesium ist sehr energieaufwĂ€ndig. SchlĂ€gt man die Energien fĂŒr VerhĂŒttung und Fertigung auf den Verbrauch pro km auf und setzt die entstehenden Gleichungssysteme fĂŒr ansonsten gleiche Fahrzeuge aus Aluminium und Stahl in der GröĂe eines Audi A2 gleich, so liegt der Schnittpunkt bei ca. 12.000 km â darunter hat das Stahlfahrzeug die bessere Umweltbilanz, darĂŒber das Aluminiumauto. Die jĂ€hrliche Kilometerleistung wird von Flottenfahrzeugen leichter erreicht, daher ist es förderlich wenn Leihsysteme und partizipative Besitzmodelle (z. B. Carsharing) weiter entwickelt werden. Auch werden dann Fahrzeuge mit teuren alternativen Antrieben leichter fĂŒr die Allgemeinheit finanzierbar.
GegenĂŒber frĂŒheren Jahren werden jedoch erste Anzeichen einer VerĂ€nderung oder gar einer Trendwende sichtbar: WĂ€hrend in Deutschland in den Fahrzeugklassen vom Kleinwagen bis zur Oberklasse in den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres 2012 die Zahl der Neuzulassungen gegenĂŒber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres sank, gab es in der Fahrzeugklasse der "Kleinstwagen" einen Anstieg um 16,2 Prozent.cite-ref-23[23] In diese Fahrzeugklasse fallen viele Niedrigenergiefahrzeugmodelle mit hinein.
Weblinks
âą Heinz Horrmann: Wie nah ist das 3-Liter-Auto? Verkehrsclub legt Umwelt-Liste vor - Hersteller widersprechen Die Welt online, 30. April 1996
⹠Bundesverband Solare MobilitÀt e. V. www.solarmobil.net-Internetportal
âą Markus Pflegerl: Conversion of a Hotzenblitz to Lithium Polymer from Kokam wattgehtab-Internetportal, 20. November 2007 (englisch)
âą Das 3 Liter Auto/Niedrigenergiefahrzeug www.nicht-tanken.de-Internetportal
âą Die Spritfresser â Warum sparsame Autos keine Chance haben Phoenix TV, Dokumentation bei Google Video, 43 Min., 12. Mai 2007
âą RECODRIVE www.recodrive.eu-Internetportal, RECODRIVE â ein EU-Projekt zur Förderung des nachhaltigen Flottenmanagements (englisch)
âą 5-Liter-Autos; CO2-AusstoĂ maximal 120 g/km; Informationen fĂŒr Neu- und Gebrauchtkauf. www.5-liter-autos.de-Internetportal
âą Niedrigenergiefahrzeuge im Vergleich, sortierbare Vergleichsliste auf Wiki-products.org
Einzelnachweise
cite-note-11. â VDI-Nachrichten.com: EU zieht Daumenschrauben fĂŒr Pkw-Hersteller fest an@1@2Vorlage:Toter Link/www.vdi-nachrichten.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven), 16. Januar 2009. Abgerufen am 11. Mai 2010.
cite-note-21. Renault ZOE: Zero Emission in der Kompaktklasse (Teil 1/2) | GreenGear.de. Abgerufen am 28. August 2017 (deutsch).
cite-note-32. Produktion des smart fortwo electric drive der Baureihe 451 eingestellt - Mercedes-Benz Passion Blog / Mercedes Benz, smart, Maybach, AMG. In: Mercedes-Benz Passion Blog / Mercedes Benz, smart, Maybach, AMG. 10. August 2015 (mercedes-benz-passion.com [abgerufen am 28. August 2017]).
cite-note-43. Compare Electric Cars. Abgerufen am 16. Mai 2023.
cite-note-55. â Jim Motavalli: Unable to Raise Financing, Aptera Shuts Down. Abgerufen am 28. August 2017.
cite-note-66. â Aptera comes back from the dead design-engine.com-Internetportal, Rubrik "Industry News", 4. Juni 2012 (in englischer Sprache).
cite-note-77. â Steve Hart: Futuristic electric vehicle to be built in Santa Rosa (Memento vom 4. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) The Press Democrat online, 11. Mai 2012 (in englischer Sprache)
cite-note-88. â 200 MPGe Aptera electric car saved by Chinese-American partnership (Memento vom 6. September 2012 im Internet Archive) Fox News online, 10. Mai 2012 (in englischer Sprache).
cite-note-99. â Jeff Quackenbush: Santa Rosa said to be home for reborn Aptera electric roadster (Memento des Originals vom 4. Januar 2013 im Webarchiv archive.today) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.northbaybusinessjournal.com North Bay Business Journal online, 7. Mai 2012 (in englischer Sprache).
cite-note-www-gizmag-com-aptera-2e-1010. â Ben Coxworth: New company set to resurrect the Aptera automobile www.gizmag.com-Internetportal, 10. Juni 2013 (in englischer Sprache).
cite-note-1111. â Sebastian Blanco: Zaptera says Aptera USA will push on with gas, electric versions of three-wheel vehicle AutoblogGreen-Internetportal, 11. Juni 2013 (in englischer Sprache).
cite-note-1212. â Jeff Quackenbush: Construction: Novato game maker builds Petaluma âmocapâ studio. In: North Bay Business Journal. 6. Mai 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 17. Mai 2013; abgerufen am 27. Mai 2013 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.northbaybusinessjournal.com
cite-note-1313. â Aptera Comes Back from The Dead. In: Design Engine. 4. Juni 2012 (design-engine.com [abgerufen am 28. August 2017]).
cite-note-1414. â MTZ Motortechnische Zeitschrift 59 (1998) 10; Seite 644â650 Swissauto (PDF; 1,7 MB).
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cite-note-2020. â Streamline Your Gas Guzzler to 1.5 Liters - OhmyNews International. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. Dezember 2007; abgerufen am 28. August 2017.
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cite-note-2222. â Markus Pflegerl: Conversion of a Hotzenblitz to Lithium Polymer from Kokam (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive) Wattgehtab-Internetportal, 20. November 2007 (englisch).